T3BLOG

16.02.2013
19:59

Reisebericht vom 16.02.13

5.Reisebericht aus TZ
Liebe Freunde,
Wenn es zum Frühstück Malarone gibt, das Deo Nobit heißt und das Wasser vom Kilimanjaro kommt dann ist man in Melela an der DMS school angekommen. Durch einen beruflichen Wechsel hatte ich endlich die Gelegenheit das Team dieses Frühjahr zum Einsatz zu begleiten. Die Anreise war fast 1,5 Taqe und bereits eine kleine Herausforderung mit dem Taxi und noch mehr mit dem Überlandbus.
Voller Tatendrang ging´s dann am Montagmorgen endlich los. Aber der wurde ziemlich schnell gebremst. Zuerst durch die hohen Temperaturen. Dann durch die überschaubare Anzahl an Werkzeug im Werkraum, dem Solarraum und als letzte Rettung in Siggi´s verschlossenen Schränken. Ich habe mich zuerst um die 3 Generatoren gekümmert. Der kleine Zweitakt-Generator war total verharzt und nur mit Siggi´s Pinselreiniger im Vergaser zu säubern. Das Luftfiltergehäuse nur noch zu 50% vorhanden und nach anfänglicher Verzweiflung durch ein Handgemachtes aus einem PC-Gehäuse ergänzt und mit Fliesensilikon eingeklebt. Dann nur noch 2 Tage warten auf das spezielle Öl und wir konnten an der Lehrerzisterne bereits Löcher bohren. Und dazwischen die Ständerbohrmaschine reparieren, bei der die Mäuse die komplette Verkabelung am Schalter abgenagt hatten. Oder zwei Zündschlüssel für den großen Generator feilen. Die beiden Honda-Generatoren wären in D bereits entsorgt, nicht in Afrika. Zum Glück. Mit Hilfe des Pinselreinigers als Startpilot war schnell klar, daß der Bessere der Beiden lauffähig ist. Also wieder Tank, Vergaser, Kraftstoffleitungen und Düsen reinigen. Teilweise mit einzelnen Adern vom Solarkabel. Afrika macht kreativ. Dann der erste richtige Lauf - und der Motor sofort auf höchster Drehzahl. Mit Hilfe der "Hotline" eines Freundes und mehreren nicht zu empfangenden e-mail wurde das Problem des Fliehkraftreglers telefonisch identifiziert. Und das bedeutete eine Operation am offenen Motor im Kurbeltrieb. Der Generatorabzieher konnte dank der reichlichen Auswahl an Feilen aus der einzigen Schraube des anderen Generators gefeilt werden. Um den Motor wieder zu montieren konnten wir auf Hermann´s mitgebrachte Flüssigdichtung und Dichtungsbogen zum Ausschneiden zurückgreifen. Und der Motor war dicht und nach weiteren "Hotline"-Anrufen war die Einstellung der Drehzahl/Spannung nur eine Formsache.
Der 3. Generator war bereits ziemlich ausgeschlachtet, ist aber zum Üben und Verstehen von Motoren für die Schüler bestens geeignet.
Unser großer Generator der die Schule mit Strom versorgt und zukünftig die Batterien immer wieder laden soll war bis auf einen Servicestau in sehr gutem Zustand. Nach 650h einen Ölwechsel, Ventilspieleinstellung und Luftfilter reinigen und er ist jetzt wieder bestens gerüstet für seine verantwortungsvolle Aufgabe in Afrika.
Der Ausfall der Wasserpumpe war glücklicherweise während unseres Aufenthalts. So konnten wir das Problem der undichten Kabelverbindung ebenso meistern wie den Schreck des gerissenen Edelstahlseils das eigentlich zum Hochziehen der Pumpe aus 60m Tiefe benötigt wird. Und die Freude bei den Lehrern, den Schülern, der Masai und auch bei uns war riesengroß als das Wasser wieder in den Tank lief. So verging die erste Woche wie im Zeitraffer. Jeden Tag war die To Do Liste länger statt kürzer geworden. Am Sa-mittag war waschen angesagt und Sontags der heiß ersehnte Ausflug in den Mikumi Nationalpark. Wir waren sehr erfolgreich was die Anzahl der Tiere und Foto´s anging. Und hier gab es nach einer Woche das erste kalte Getränk.
In der 2. Woche waren dann so langsam echte Fortschritte zu erkennen, weniger neue Baustellen und das Schließen der Vorhandenen. Die Mädchenschlafräume bekamen wieder Licht, ebenso die Lehrer. Auch hier war sehr viel Dankbarkeit und Freude zu Spüren. Und der neuer Facility Manager Jafet wurde immer eigenständiger und konnte nach Einweisung einiges selber übernehmen.
Das Wasser ist in der DMS ein großes Thema. Und jedesmal wenn eine Leckage gestopft war kamen 2 neue zum Vorschein. Aber auch hier waren dann am letzten Tag alle wieder einwandfrei an die Wasserversorgung angeschlossen. Welch ein Segen wenn man mit 20l Wasser sonst 250m oder mehr laufen muß und das nachdem sich mehr als 100 Kinder aus einem Wasserhahn bedienen müssen. Wir haben in unserer Zeit in der DMS glaube ich alle dringenden und wichtigen technischen Probleme gelöst. Das Team hat super funktioniert und das Irmi und Siggi bereits Einheimisch sind hat vieles erleichtert. Leider kamen die Begegnungen dabei zu kurz.
Ich bin froh über alles was unter größter Anstrengung noch in den Koffer gepresst wurde. Besser war, das Buch zuhause lassen als auch nur ein Geschenk. (Uwe Moser)
Ernst-Georg:
Es ist nach vielen Jahren wieder wahr geworden, hier in Melela zu sein. Nachdem ich 2007 die Schule in ihren Anfängen gesehen und erlebt habe, und Casfeta und Tansania erleben durfte, sitzen wir jetzt hier im Kipepeo zum Erholen und Rückschau halten. Gerne wäre ich schon früher gekommen, zb. Zum Aufbau der Solaranlage 2010 oder der Erweiterung der Anlage 2011, aber dies war zeitlich nicht möglich, damals konnte ich diese Abschnitte nur aus der Ferne beobachten.... Umso mehr bewegt es mich, jetzt hier zu sein.
Die Schule hat sich gewaltig weiterentwickelt, es ist schön, die neuen Gebäude und die Aussenanlagen zu sehen, und das alles gefüllt mit Schülern aller Altersklassen....wir sind im Gästehaus super versorgt, und haben ein Zuhause in Afrika. Wir bekommen den Schulbetrieb hautnah mit. Etwas Schade war, dass der Kontakt zu den Schülern durch unser volles Programm, nicht sehr intensiv war.
Eine große Herausforderung ist der Unterhalt der Gebäude und Technik, da zum einen die Bauqualiät oft nicht gut ist, und bisher niemand dafür zuständig war. Zum Glück ist jetzt Jafet da, dem wir vieles zeigen konnten. Wir hoffen, dass er in seine Hausmeisteraufgabe sowohl fachlich als auch von der Persönlichkeit her hineinwächst. Die Batterien der Hauptsolaranlage waren schwach geworden, das haben Messungen im August letzten Jahres gezeigt. Deswegen haben wir für einen Teil der Anlage neue Batterien besorgt. Diese haben wir am gleich am Anfang aufgebaut und an die Anlage angeschlossen, damit die alten Batterien aufgefrischt werden konnten. Dies musste über einen Zeitraum von mindestens 5 Tagen durchgeführt werden. Da die Ladetechnik an ihre Grenzen kam, dauerte es insgesamt 7 Tage. Aber es war erfolgreich, die alten Batterien konnten in ihrer Kapazität wesentlich erhöht werden. Jetzt sind beide Batteriepack an die Anlage angeschlossen, und zur Erhaltung der Batteriekapazität wurde eine Kühlung der Batterien sowie eine monatliche Auffrischung der Batterien durch den Generator eingebaut.
Die beiden kleinen Solaranlagen für die Mädchenschlafräume und Lehrerwohnhaus haben wir repariert, und die Batterien getauscht. Das war für die Mädchen und für die Lehrer eine Riesenfreude, als es abends wieder Licht gab. Ärgerlich ist hier besonders, dass die Anlagen durch falsche Behandlung von Inländischen Handwerker kaputt gegangen sind. Als Team haben wir uns super ergänzt, und auch viel gelacht.
Wie wichtig Wasser und Strom für den Alltag auch hier in Afrika ist, bekommt man hier hautnah mit: Wenn die Pumpe ausfällt, muss Wasser rationiert werden, die Mädchen müssen dann ihr Waschwasser in Eimern 250m weit tragen,.. Solange noch Wasser in den Zisternen ist.
Wenn abends um 20.30 die Batterie leer ist , oder plötzlich zu viel Strom verbraucht wird, ist alles dunkel.. da sitzen die Schüler dann ohne Licht im Klassenzimmer. Besonders gefreut hat mich die Begegnung mit Godson, Siegfried, Shedrak und Augenia. Wir begleiten Godson schon länger in seiner Ausbildung, jetzt durfte ich persönlich kennenlernen.
Jetzt genießen wir die Zeit hier in Kipepeo am indischen Ozean, nachdem wir unser volles Programm in Melela bei Tropischen Temperaturen zum Abschluss gebracht haben. Ich bin dankbar und angefüllt mit vielen Bildern und Erlebnissen vom Pulsierenden Leben in Afrika, der reichen Tierwelt, Begegnungen mit Massais,.. aber auch von Schicksalen und Armut.
Ich empfinde stark, dass durch unseren Einsatz Segen in beide Richtungen geflossen ist.
Am Sonntag reisen Uwe und Ernst Georg zurück nach D, wir anderen 3 bleiben noch 1 Woche und reisen nach Moshi und Arusha. Danke für alle Mails. Wir sind jetzt endlich wieder online erreichbar. Viele Grüße und Mungu awabariki an alle.

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Reisebericht vom 29.08.15

Hallo Ihr Lieben!

Endlich haben wir den Computer ausgepackt und deshalb kommt jetzt auch mal ein Beitrag von uns vier Eiseles: Alex, 44, Lehrer und Allroundtalent; Jutta, 45, Heilpraktikerin; Sarah, noch 15 und ab September 11. Klasse; Joshua, 13 und fast 8. Klasse.

Letzten Sonntag sind wir von Melela (Schulstandort) mit dem "Daladala" (Minibus) nach Morogoro (nächste Stadt) nahe dem Ulugulu (Berg) gefahren. Ihr seht also, Kiswahili ist ganz einfach.

Obwohl wir zunächst etwas traurig waren, dass unsere Gruppe nur aus unserer Familie besteht, sind wir nun doch ganz dankbar, denn unsere Kids haben super Kontakt gefunden zu den Jungs und Mädels hier, was wahrscheinlich etwas anders gewesen wäre, wenn noch andere junge Deutsche hier wären.

Zum Teil gehen sie in den Unterricht und ansonsten sizen sie viel beieinander, einfach zum Reden, bei Workshops, beim Essen...

Leider sprechen viele der 8.- und 9.- Klässler noch nicht gut Englisch, da sie bis zur 7. Klasse ausschließlich in Kiswahili unterrichtet werden. Da ab der 8. Klasse dann aber der ganze Unterricht auf einmal fast komplett auf Englisch unterrichtet wird, haben viele massive Probleme.

Vor 3 Tagen hatte der Generator einen "Schwächeanfall" und dann hat auch noch die Wasserpumpe den Geist aufgegeben. Mittlerweile funktioniert alles wieder - mal sehen wie lange. Alex macht das Reparieren und die Zusammenarbeit mit Japhet (Hausmeister) große Freude. Wir haben auch schon bei einigen Lehrern den Unterricht besucht, und viele sind sehr willig, Neues zu hören. Die Schulsysteme sind sehr unterschiedlich, auch die Art der Bestrafung. Aufgewühlt hat uns, dass es im Schulsystem Tanzanias wohl üblich ist, Kinder mit schlechten Klassenarbeitsergebnissen mit dem Stock nach draußen zu treiben und sie dort dann noch einige Zeit knien zu lassen. Wir haben das Gespräch zu jenem Lehrer gesucht und (auf Anraten Eriks) gefragt, was er denn tue, damit die Kinder dann wissen, was denn richtig gewesen wäre. Dabei haben wir einfließen lassen, dass der Lehrer in Deutschland z.B. nach Ausgabe der Klassenarbeiten eine Besprechung macht und dabei erklärt, welches die richtige Antwort gewesen wäre und warum. Wer weiß, vielleicht nimmt er es sich ja zu Herzen.

Was uns sehr freut und zum Teil auch beschämt ist zum Einen die Genügsamkeit und zum Anderen das geistliche Leben hier.

Freitags fasten viele Kinder 24 Stunden und treffen sich während der Essenszeit zum Beten. Aber damit noch nicht genug: Abends wird dann weitergebetet und gesungen bis in den frühen Morgen (Alex hat sie noch um halb vier in der Frühe gehört).

Gestern waren es ca. 180 (von insgesamt ca. 280) und das, obwohl Freitag einer der Tage ist, wo es ein kleines Stückchen Fleisch (seeeehr beliebt!) gibt.

Es gibt immer was zu tun, mal machen wir Besuche (Saningo Familie, Krankenschwester...), dann sind wieder "Workshops" (z.B. Flöte lernen, Reparieren, PC,  Holzarbeit, Erste Hilfe...) oder Ausflüge (Massaimarkt, Stadt, heute Safari!) an der Reihe.

Der Bau (Küche und Mensa) geht langsam aber stetig voran, dank den fleißigen Bauarbeitern und Harald, dem Schweizer Architekten. Mit ihm werden wir uns morgen etwas länger treffen.

So viel für heute, alles Liebe Eure Eiseles

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