T3BLOG

26.02.2015
19:23

2015-02-26 TZ Reisebericht

Liebe Freunde!
Heute fange ich (AMY) mit dem Bericht an. Unsere "Jungen" sitzen nach einem herrlichen Abendessen (Ugali und Gemüse) am Tisch und diskutieren. Gerade ging ein heftiges Gewitter über das Gelände, wir fühlten uns so geborgen unter unserem Gras-Dach im Gästehaus. Die letzten Tage waren unerträglich heiß und schwül. Trotzdem waren heute einige in Morogoro, unser "Kühlschrank" war wieder einmal leer. Heute war auch Harald da, wir konnten die Details für die neue Mensa besprechen. Immer wieder erleben wir die wunderbare Führung unseres himmlischen Vaters, wir treffen zur richtigen Zeit die richtigen Leute, wir finden gute Worte in heiklen Gesprächen, wir bekommen Ideen und Kraft für unsere Workshops und die Kontakte zu den Kindern werden immer intensiver. Wir spüren eure Gebete und danken euch von ganzem Herzen dafür. Morgen reist eine Gruppe (Anja, Lisa, Kerstin, Amy und Siggi) mit Erick für vier Tage nach Mbeya (ca 800 km). Wir werden einige Casfeta Gruppen besuchen, Leiter und Senior-Casfetas treffen. Auch ein Besuch bei Papa Lungwe auf seiner Farm ist geplant. Bitte denkt an uns, die langen Autofahrten sind nicht ganz ungefährlich. Die restlichen Drei (Nadine, Noel und Kevin) bleiben hier und werden das Wochenende mit den Schülern erleben. Grüße aus dem Heißen Tansania eure Amy und Siggi


So und jetzt noch was Neues von den "Jungen": The Daily Rat:-)(anstatt The Daily Bread (Tageslosung))
Was haben wir denn nettes erlebt? Naja natürlich wieder einiges! Nach unserem Waschtag am Montag folgten am Dienstag einige Besuche von uns in den Unterrichten, Geografie, Kishualie und in Mathe. Man bemerke: der Unterricht ist irgendwie total anders als in Deutschland, aber es ist auch einiges ähnlich. Es darf zu dritt auf einem Stuhl gesessen werden und auch ohne Tisch mitten im Raum. Wir empfanden den Unterricht als einschläfernd, als ein nicht aufhörender Monolog des Lehrers, ohne Anschauungsmaterial und praktischen Beispielen und daher trocken. Nachmittags starteten unsere Projekte. Nadine hatte (und hat) sehr viel Zulauf bei ihren Sehtests, da ziemlich viele SchülerInnen schlecht sehen. Heute hat sie ergänzend eine Unterrichtsstunde über die Anatomie des Auges gehalten. Sie empfand es als Herausforderung (bei 40 Grad im Schatten und kein Lüftchen im Klassenzimmer auch kein Wunder =)) Der Kunstworkshop von Lisa, Kerstin, Anja und Irmi startete mit einem Großen AHA für sie: Die Schüler scheinen sehr verkopft, mit weniger Körpergefühl und oft zu schlechtem Englisch ausgestatten zu sein. Lisa änderte ihr Vorgehen und machte ein paar Auflockerungsübungen, aber umso heißer die Luft, desto schneller tauten die Teilneher auf (haha). Nein im Ernst: wir schmelzen auch, aber der Spaßfaktor bei den Schülern steigt gewaltig an. Bei den Jungs, Noel und Kevin, und ihrem Kubbspielbau (Wikingerschach) fliesst der Schweiß in der Werkstatt in Strömen. Dem Spaß kann das aber nichts abtun. Da wo gehobelt wird, fallet au Spähne! =) Die Kinder schnitzen und hobeln in Sicherheitsstahlkappenflipflops was das Zeug hält. Ab morgen wird gespielt!
Über das Wetter haben wir natürlich schon einiges gesagt. Heiß; Heißer; am Heißesten und dann kam erlösende Regen in Form eines kräftigen kurzen Sturmes (der passte hier für uns irgendwie nicht in die Landschaft - aber die Regenzeit beginnt jetzt ja erst - mal sehen was noch kommt).

Gestern hatten wir ein Erlebnis der besonderen Art. Während unserem täglichen Start in den Tag mit dem Daily Bread (unsere Tageslosung), spazierte eine kleine Ratte ins Haus (gefühlt: ein rieesssen Viech inklusive rieeessem Aufruhr) und änderte so das Programm zur Daily Rat. Dank unserer Heldin Tumaini, mussten die Damen des Hauses nur kurz ihre Füße über dem Boden schweben lassen, und auch nur einmal aufkreischen und ihre Zimmer leider vergeblich verteidigen. Die Ratte eroberte ein Reich. Tumaini zerquetschte die Ratte unter dem Stahlspint und kehrte sie dann furztrocken zusammen ohne eine Miene zu verziehen. Irmi begutachtete das Etwas und ordnete das Wesen als schon länger tot ein (Siggi: Awa des riechsch glei!). Wir überlegten weiter wo sie sein könnte, als Tumaini vorschlug (die natürlich wusste, dass es die Daily Rat war) "Wie wärs heut Abend mit Gulasch und Spätzle?" Wir haben gelacht was das Zeug hält und das Erlebnis als Episch eingestuft.

Kleine Ergänzung zu Tumaini: Sie ist die allerbeste afrikanische (vegane) Köchin der Welt! Mahlzeit! Es kann sein, dass wir unter anderem Tumaini im Gepäck nach Deutschland schmuggeln. Achja: Siggi macht sich zum Essen immer besonders schick und Irmi wundert sich wo ihre Hosen sind! =D Ab Morgen 7.30 tanzen hier nicht die Ratten auf den Tischen (hoffentlich) sondern Nadine, Kevin und Noel. Die bleiben allein zu Haus (hoffentlich ohne Daily Rats) und versuchen allein zurechtzukommen, und mit dem Dalla Dalla ins Städtle zu fahren um sich ´n fetten Burger bei Ricky´s reinzupfeifen. Wir wünschen Bon Apetit!

Sehnsüchtige Gelüstgrüße nach Salami und Käse, wünschen die Jonge Leit =)

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Reisebericht vom 29.08.15

Hallo Ihr Lieben!

Endlich haben wir den Computer ausgepackt und deshalb kommt jetzt auch mal ein Beitrag von uns vier Eiseles: Alex, 44, Lehrer und Allroundtalent; Jutta, 45, Heilpraktikerin; Sarah, noch 15 und ab September 11. Klasse; Joshua, 13 und fast 8. Klasse.

Letzten Sonntag sind wir von Melela (Schulstandort) mit dem "Daladala" (Minibus) nach Morogoro (nächste Stadt) nahe dem Ulugulu (Berg) gefahren. Ihr seht also, Kiswahili ist ganz einfach.

Obwohl wir zunächst etwas traurig waren, dass unsere Gruppe nur aus unserer Familie besteht, sind wir nun doch ganz dankbar, denn unsere Kids haben super Kontakt gefunden zu den Jungs und Mädels hier, was wahrscheinlich etwas anders gewesen wäre, wenn noch andere junge Deutsche hier wären.

Zum Teil gehen sie in den Unterricht und ansonsten sizen sie viel beieinander, einfach zum Reden, bei Workshops, beim Essen...

Leider sprechen viele der 8.- und 9.- Klässler noch nicht gut Englisch, da sie bis zur 7. Klasse ausschließlich in Kiswahili unterrichtet werden. Da ab der 8. Klasse dann aber der ganze Unterricht auf einmal fast komplett auf Englisch unterrichtet wird, haben viele massive Probleme.

Vor 3 Tagen hatte der Generator einen "Schwächeanfall" und dann hat auch noch die Wasserpumpe den Geist aufgegeben. Mittlerweile funktioniert alles wieder - mal sehen wie lange. Alex macht das Reparieren und die Zusammenarbeit mit Japhet (Hausmeister) große Freude. Wir haben auch schon bei einigen Lehrern den Unterricht besucht, und viele sind sehr willig, Neues zu hören. Die Schulsysteme sind sehr unterschiedlich, auch die Art der Bestrafung. Aufgewühlt hat uns, dass es im Schulsystem Tanzanias wohl üblich ist, Kinder mit schlechten Klassenarbeitsergebnissen mit dem Stock nach draußen zu treiben und sie dort dann noch einige Zeit knien zu lassen. Wir haben das Gespräch zu jenem Lehrer gesucht und (auf Anraten Eriks) gefragt, was er denn tue, damit die Kinder dann wissen, was denn richtig gewesen wäre. Dabei haben wir einfließen lassen, dass der Lehrer in Deutschland z.B. nach Ausgabe der Klassenarbeiten eine Besprechung macht und dabei erklärt, welches die richtige Antwort gewesen wäre und warum. Wer weiß, vielleicht nimmt er es sich ja zu Herzen.

Was uns sehr freut und zum Teil auch beschämt ist zum Einen die Genügsamkeit und zum Anderen das geistliche Leben hier.

Freitags fasten viele Kinder 24 Stunden und treffen sich während der Essenszeit zum Beten. Aber damit noch nicht genug: Abends wird dann weitergebetet und gesungen bis in den frühen Morgen (Alex hat sie noch um halb vier in der Frühe gehört).

Gestern waren es ca. 180 (von insgesamt ca. 280) und das, obwohl Freitag einer der Tage ist, wo es ein kleines Stückchen Fleisch (seeeehr beliebt!) gibt.

Es gibt immer was zu tun, mal machen wir Besuche (Saningo Familie, Krankenschwester...), dann sind wieder "Workshops" (z.B. Flöte lernen, Reparieren, PC,  Holzarbeit, Erste Hilfe...) oder Ausflüge (Massaimarkt, Stadt, heute Safari!) an der Reihe.

Der Bau (Küche und Mensa) geht langsam aber stetig voran, dank den fleißigen Bauarbeitern und Harald, dem Schweizer Architekten. Mit ihm werden wir uns morgen etwas länger treffen.

So viel für heute, alles Liebe Eure Eiseles

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