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17.08.2015
21:42

Melela 17. August 2015 Tansania News

Karibu!
Die Tage vergehen jetzt wie im Flug. Wir haben uns schon völlig an das hiesige Leben und den Tagesablauf angepasst. Für die Schüler beginnt dieser zwischen 5 und 6 Uhr wenn die Sonne über dem Gelände aufgeht. Im Gegensatz zu den Schülern schlafen wir dann noch tief und fest. Tumaini bereitet uns jeden Morgen ein leckeres Frühstück. Heute musste sie improvisieren, da wir alles Brot zum Vesper auf Safari mitgenommen hatten. So gab es Chapati: so was wie Pfannkuchen, unglaublich lecker mit Zucker, Marmelade, Bananen oder Erdnussbutter.
Die gestrige Safari im  Mikumi National Park war ein wirkliches Highlight. Schon die Anfahrt hielt einige Überraschungen bereit. Nicht so erfreulich war die halbstündige Verzögerung durch eine eher willkürliche Polizeikontrolle. Dafür wurden wir urplötzlich von einer Giraffe direkt neben der Straße überrascht. Verteilt auf zwei offene Jeeps starteten wir gegen 10 Uhr in den Park. Zahlreiche Impalas begrüßten uns unmittelbar nach dem Gate. Und dann gleich zu Beginn die super Überraschung. Seit zwei Wochen waren keine Löwen mehr gesichtet worden. Mehrere Weibchen mit Jungtier überquerten direkt vor unserer Stoßstange die Dustroad. Im Laufe des Tages sollten sich noch viele Erlebnisse dazu gesellen. Aus dem Dickicht brach eine Herde Büffel hervor. Immer wieder sahen wir in der Ferne Gnus. Zweimal konnten wir kurze Blicke auf Elen-Antilopen erhaschen. Krokodile und Nilpferde tummelten sich in einem großen Wasserloch. Und vor allem Giraffen waren mehrfach zu sehen, als Herde von über 20 Tieren, einzeln und oft  auch mit Jungtieren. Zum Abschluss hatten wir dann noch dreimal kurz hintereinander das Glück, Elefantenfamilien aus unmittelbarer Nähe zu beobachten. Dies alles in einer Natur, die vielen von uns immer wieder die Sprache verschlug. Abends sind wir im Tan-Swiss-Hotel eingekehrt: zu Rösti und Geschnetzeltem, mit dem Matterhorn als Gemälde im Hintergrund und riesigen echten Kuhglocken an der Rezeption.
Am Samstag waren Sigi, Christa, Daniel und Lisa zu Besuch bei Erik's Familie. Dort erfuhren wir wieder die unglaubliche afrikanische Gastfreundlichkeit. Es ging aber auch um wichtige Angelegenheiten für die Zukunft von Casfeta. Vor allem darum, wie die ehemaligen Studenten diese wichtige Arbeit weiter unterstützen können. Hier gilt es noch vieles auf den Weg zu bringen. Auch Harald, der Schweizer Architekt, war heute Vormittag wieder auf der Baustelle. Es geht mit der neuen Halle plus Küche und Bibliothek in sichtbaren Schritten voran. Die Qualität der Arbeiten ist erstklassig. Sigi und Ingo haben sich über die weiteren Baumaßnahmen informiert. Schon bald kann die Bodenplatte gegossen werden. Dies wird ein neuer segensreicher Fortschritt für die Schule sein.
Heute Nachmittag stand ein weiteres wichtiges Ereignis an. Um 17 Uhr haben wir uns nochmal mit allen Lehrern zum Gedankenaustausch getroffen. Dieses Gespräch war geprägt von großer Dankbarkeit auf beiden Seiten. Wir waren vor allem froh über das Vertrauen, welches uns entgegen gebracht wurde. Und mit welcher Freiheit wir die zwei Wochen in Workshops, im Unterricht und in vielen Gesprächen agieren durften. Die Lehrer haben sich für die vielen Anregungen herzlichst bedankt. Wir blicken gemeinsam mit ihnen in eine Zukunft an der Dr. Metzger School die von großem Engagement, realistischen Visionen und einem starken Glauben geprägt ist. Auch viele Schüler mit hohem Verantwortungsbewusstsein und Führungsqualitäten stimmen uns zuversichtlich. Die Gebete einer Lehrerin und durch Sigi haben alle diese Wünsche und Hoffnungen nochmals zusammengefasst und alle tief bewegt.
Auch heute gab es wieder ein grandioses Abendessen: Pilau. Aus Reis, Erbsen, Knoblauch, Karotten, Masala Gewürz - wie immer ohne Fleisch, was niemanden wirklich stört. Wir sitzen noch in kleinen Gruppen beisammen und tauschen uns aus. Die meisten draußen unter dem wunderbaren Sternenhimmel.
Unsere Gedanken sind jeden Tag bei euch allen zu Hause. Danke für eure Gebete. Mungu akubariki (Gott segne Euch) !!! Ingo und das ganze Team

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Reisebericht vom 29.08.15

Hallo Ihr Lieben!

Endlich haben wir den Computer ausgepackt und deshalb kommt jetzt auch mal ein Beitrag von uns vier Eiseles: Alex, 44, Lehrer und Allroundtalent; Jutta, 45, Heilpraktikerin; Sarah, noch 15 und ab September 11. Klasse; Joshua, 13 und fast 8. Klasse.

Letzten Sonntag sind wir von Melela (Schulstandort) mit dem "Daladala" (Minibus) nach Morogoro (nächste Stadt) nahe dem Ulugulu (Berg) gefahren. Ihr seht also, Kiswahili ist ganz einfach.

Obwohl wir zunächst etwas traurig waren, dass unsere Gruppe nur aus unserer Familie besteht, sind wir nun doch ganz dankbar, denn unsere Kids haben super Kontakt gefunden zu den Jungs und Mädels hier, was wahrscheinlich etwas anders gewesen wäre, wenn noch andere junge Deutsche hier wären.

Zum Teil gehen sie in den Unterricht und ansonsten sizen sie viel beieinander, einfach zum Reden, bei Workshops, beim Essen...

Leider sprechen viele der 8.- und 9.- Klässler noch nicht gut Englisch, da sie bis zur 7. Klasse ausschließlich in Kiswahili unterrichtet werden. Da ab der 8. Klasse dann aber der ganze Unterricht auf einmal fast komplett auf Englisch unterrichtet wird, haben viele massive Probleme.

Vor 3 Tagen hatte der Generator einen "Schwächeanfall" und dann hat auch noch die Wasserpumpe den Geist aufgegeben. Mittlerweile funktioniert alles wieder - mal sehen wie lange. Alex macht das Reparieren und die Zusammenarbeit mit Japhet (Hausmeister) große Freude. Wir haben auch schon bei einigen Lehrern den Unterricht besucht, und viele sind sehr willig, Neues zu hören. Die Schulsysteme sind sehr unterschiedlich, auch die Art der Bestrafung. Aufgewühlt hat uns, dass es im Schulsystem Tanzanias wohl üblich ist, Kinder mit schlechten Klassenarbeitsergebnissen mit dem Stock nach draußen zu treiben und sie dort dann noch einige Zeit knien zu lassen. Wir haben das Gespräch zu jenem Lehrer gesucht und (auf Anraten Eriks) gefragt, was er denn tue, damit die Kinder dann wissen, was denn richtig gewesen wäre. Dabei haben wir einfließen lassen, dass der Lehrer in Deutschland z.B. nach Ausgabe der Klassenarbeiten eine Besprechung macht und dabei erklärt, welches die richtige Antwort gewesen wäre und warum. Wer weiß, vielleicht nimmt er es sich ja zu Herzen.

Was uns sehr freut und zum Teil auch beschämt ist zum Einen die Genügsamkeit und zum Anderen das geistliche Leben hier.

Freitags fasten viele Kinder 24 Stunden und treffen sich während der Essenszeit zum Beten. Aber damit noch nicht genug: Abends wird dann weitergebetet und gesungen bis in den frühen Morgen (Alex hat sie noch um halb vier in der Frühe gehört).

Gestern waren es ca. 180 (von insgesamt ca. 280) und das, obwohl Freitag einer der Tage ist, wo es ein kleines Stückchen Fleisch (seeeehr beliebt!) gibt.

Es gibt immer was zu tun, mal machen wir Besuche (Saningo Familie, Krankenschwester...), dann sind wieder "Workshops" (z.B. Flöte lernen, Reparieren, PC,  Holzarbeit, Erste Hilfe...) oder Ausflüge (Massaimarkt, Stadt, heute Safari!) an der Reihe.

Der Bau (Küche und Mensa) geht langsam aber stetig voran, dank den fleißigen Bauarbeitern und Harald, dem Schweizer Architekten. Mit ihm werden wir uns morgen etwas länger treffen.

So viel für heute, alles Liebe Eure Eiseles

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